Anlegerschutzanwälte

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Stefanie Fandel

Stefanie Fandel

Rechtsanwältin, Düsseldorf
Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht
(Strube Fandel Rechtsanwälte, Düsseldorf und Köln)

Rechtsanwältin Stefanie Fandel ist Mitglied im DAV und in dessen Arbeitsgemeinschaft Bank- und Kapitalmarktrecht sowie im Düsseldorfer Anwaltverein.

Tätigkeitsgebiete

  • Bankrecht
  • Vertretung von Kapitalanlegern und Investoren
  • Grauer Kapitalmarkt (Fonds u. Beteiligungen)
  • Verbraucherschutz
  • Arbeitsrecht

Stefanie Fandel

 

Postanschrift Stefanie Fandel
Berliner Allee 57
D-40212 Düsseldorf
Telefon 0211-3238484
Fax 0211-3238485
Mail fandel@strube-fandel.de

Website URL: http://www.strube-fandel.de

Die Anlegerschutzanwälte e.V. hatten bereits berichtet, dass das Amtsgericht Düsseldorf eine Klage der MUC Exclusive GmbH (früher Medius Exclusive GmbH) gegen eine von unserem Mitglied Rechtsanwältin Stefanie Fandel vertretene Mandantin wegen einer Forderung aus einer Vermittlungsgebührenvereinbarung im Zusammenhang mit dem Abschluss einer Atlanticlux-Lebensversicherung abgewiesen hat. Außerdem wurde die MUC Exclusive GmbH auf die Widerklage der Mandantin zur Rückzahlung der bereits auf die Vermittlungsgebührenvereinbarung geleisteten Raten verurteilt.

Die MUC Exclusive GmbH wollte das Urteil des AG Düsseldorf nicht akzeptieren und ging in Berufung. Doch auch beim Landgericht Düsseldorf konnte sie mit ihrer Argumentation nicht punkten und verlor.

Das Landgericht Düsseldorf (Urteil v. 2.4.2014) bestätigte in allen Punkten das erstinstanzliche Urteil. „Ein toller Erfolg, über den ich mich für unsere Mandantin besonders freue!“, so Rechtsanwältin Stefanie Fandel.

Zu Vergütungsvereinbarungen oder sog. Nettopolicen, die auch von Anbietern wie Deutscher Atlas Finanzdienstleistungen AG, mira 2000 marketing GmbH, Prisma Life AG oder Omega Finanzdienstleistungen AG verwendet werden, beraten Sie die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte e.V. gerne.

Einer von unserem Mitglied Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Stefanie Fandel vertretenen Mandantin flatterte eine Klage ins Haus, als sie sich nach der Kündigung einer fondsgebundenen Lebensversicherung der Atlanticlux Lebensversicherung S.A. weigerte, die von der Medius Exclusive GmbH verlangte Zahlung von mehr als 3.500 € aus einer ebenfalls von ihr unterzeichneten Vermittlungsgebührenvereinbarung zu begleichen. Der Mandantin war bei Abschluss der Versicherung nicht erklärt worden, dass sie die Raten aus der Vermittlungsgebührenvereinbarung der sog. Nettopolice auch bei Kündigung der Versicherung weiterbezahlen muss. Dass die monatlichen Raten nicht nur an die Atlanticlux Lebensversicherung S.A. abgeführt worden waren, stellte die frisch gebackene Mutter erst fest, als sie nach Einstellung Zahlungen an die Versicherung von der Medius Exclusive GmbH eine Zahlungsaufforderung erhielt. Sie fühlte sich bei Vertragsabschluss falsch beraten und setzte sich gegen die beim Amtsgericht Düsseldorf eingereichte Klage zur Wehr.

Das Amtsgericht Düsseldorf gab ihr Recht und wies die Klage der Medius mit Urteil vom 25.4.2013 -AZ  37 C 3979/12- (n. rk.) ab. Sie verurteilte die Medius Exclusive GmbH auf die von der Mandantin erhobene Widerklage zur Rückzahlung der bereits auf die Vermittlungsgebührenvereinbarung geleisteten Ratenzahlungen in Höhe von über 500 €.

Das Amtsgericht Düsseldorf sah es als erwiesen an, dass die Medius Exclusive GmbH ihre Beratungs- und Dokumentationspflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt hat. Daraus folge ein Anspruch der von unserem Mitglied Stefanie Fandel vertretenen Beklagten aus § 63 Satz 1 VVG i.V.m. §§ 278 Satz 1, 249  Abs. 1 BGB auf Befreiung von der aus der Vergütungsvereinbarung folgenden Verbindlichkeiten, den sie der Medius Exclusive GmbH nach Treu und Glauben auch gegenüber der Klageforderung entgegen halten könne.
Die unterlassene Beratungsdokumentation begründet nach Auffassung des Amtsgerichts Düsseldorf die Vermutung dafür, dass schon die Beratung nicht erfolgt ist. Dass diese erfolgt sei hat die Medius Exclusive GmbH in der Beweisaufnahme vor Gericht nicht beweisen können.

Die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte e.V. vertreten seit Jahren Mandanten, die sog. Nettopolicen z.B. auch bei Deutscher Atlas Finanzdienstleistungen AG, Prisma Life AG, Omega Finanzdienstleistungen AG oder ähnlichen Vertrieben abgeschlossen haben. Lassen Sie gegebenenfalls anwaltlich überprüfen, ob Sie zur Zahlung aus einer solchen Vertriebsgebührenvereinbarung überhaupt verpflichtet sind. Für eine Beratung und stehen Ihnen die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte e.V. gern zur Seite.

Seit geraumer Zeit bekommen Anleger, die ihr Geld in Schiffsfonds investiert haben, in den meisten Fällen keine Ausschüttungen und müssen um ihre geleisteten Einzahlungen bangen. Die Gesellschaften versuchen auf unterschiedliche Weise, mit der Krise umzugehen und räumen diese gar schriftlich gegenüber den Anlegern ein.

Die bisherige Komplementärin Vierzehnte Oceanus Schiffahrts-GmbH der beiden Schiffsfonds MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“ der Offen Reederei GmbH & Co. KG schlägt ihren Anlegern jetzt sogar mit Schreiben vom 23.5.2013 vor, sie durch die Neunundzwanzigste Oceanus Schiffahrts-GmbH auszutauschen. Nach eigenen Angaben soll dadurch ausgeschlossen werden, dass bei gemeinsamen persönlich haftenden Gesellschaftern Probleme eines Unternehmens auf ein anderes durchschlagen. Die jetzige Komplementärin hafte auch noch für andere Schifffahrtsgesellschaften.

Ob ein Wechsel der Komplementärin überhaupt sinnvoll ist und welchen konkreten Vorteil dies für die Anleger bringen soll, kann dem Schreiben allerdings nicht entnommen werden. Unser Mitglied Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und kapitalmarktrecht Stefanie Fandel der Kanzlei Strube Fandel aus Düsseldorf meint: „Es ist schlichtweg für den einzelnen Gesellschafter nicht feststellbar, ob die Neunundzwanzigste Oceanus Schiffahrts-GmbH nicht auch noch für andere Schiffahrtsgesellschaften haftet und welche der beiden Gesellschaften „das kleinere Übel“ ist. Eine Besserung der  finanziellen Situation der beiden Schiffsfonds MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“ der Offen Reederei GmbH & Co. KG scheint nicht in Sicht zu sein. Auch eine Wiederaufnahme der Ausschüttungen scheint nicht geplant zu sein. Das Schreiben an die Gesellschafter legt eher die Vermutung nahe, dass hier der „letzte Rettungsanker“ geworfen werden soll.“

Anleger der im Jahre 2007 aufgelegten Fonds MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“ erhielten lediglich für das Jahr 2008 Ausschüttungen in Höhe von 1,75 %. Seitdem ist Ebbe in der Kasse. Als Begründung für die Aussetzung der Ausschüttungen führte die Fondsverwaltung TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH die Kursentwicklung des japanischen Yen (JPY) zum US-Dollar (USD) an. „Das Kursrisiko war offenbar von der Fondsgesellschaft, die ihre Fremdfinanzierungen über Schiffshypothekendarlehen jeweils zur Hälfte in USD und JPY aufgenommen hatten, fehlerhaft eingeschätzt worden. Dass dieses Kursrisiko aber auf die Beteiligungen der Anleger durchschlägt, obwohl in der Kurzübersicht zum Beteiligungsprospekt noch mit einer „Kursgarantie der Reederei Claus-Peter Offen“ geworben wurde, erstaunt.“ so Rechtsanwältin Stefanie Fandel.

Tatsächlich handelt es sich bei Schiffsfondsbeteiligungen um Risikoanlagen mit erheblichen Verlustmöglichkeiten.

Die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte e.V. empfehlen: Wem die Beteiligung an der MS „Santa Laetitia“ und MS „Santa Liana“ Offen Reederei GmbH & Co. KG seitens einer Bank oder eines anderen Vertriebs als sichere Anlage und sichere Beimischung zum Depot verkauft worden ist, sollte sich anwaltlich beraten lassen, da dann der Verdacht der Falschberatung besteht. Dies gilt auch, wenn durch die Bank nicht auf die konkrete Höhe der Vertriebsprovisionen oder die lange Laufzeit und die kaum mögliche, vorzeitige Verkaufsmöglichkeit der Fondsbeteiligung hingewiesen wurde.

Infrastrukturfonds erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden - als krisensichere Kapitalanlage beworben - immer häufiger auch Privatpersonen angeboten.

Die 2005 aufgelegte Macquarie Infrastrukturgesellschaft Nr. 3 beteiligt sich zusammen mit anderen - vornehmlich institutionellen - Investoren indirekt über einen Zielfonds, den MEIF II an europäischen Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktur. Unter Infrastruktur sind die Versorgungsnetzwerke wie zum Beispiel die Telefonnetze, Strom- und Wasserversorgung, Straßen, Schienen- und Schifffahrtswege und Flughäfen (technische Infrastruktur) aber auch Gesundheitsvorsorge und Bildungseinrichtungen (Dienstleistungsinfrastruktur) zu verstehen. Der Zielfonds beabsichtigt, in Infrastrukturbeteiligungen in den Ländern der Europäischen Union (inkl. jener Länder, für die ein Beitrittstermin innerhalb der Kapitalzusagedauer festgesetzt wird) sowie in Norwegen, Island und der Schweiz zu investieren. Dabei soll ein diversifiziertes Portfolio von 8-15 Beteiligungen zusammengestellt werden. Prognostiziert wurden Ausschüttungen in Höhe von 6-7% p.a. Die Finanz- und Wirtschaftskrise wirkte sich auch auf den Zielfonds aus, was zu einer Aussetzungen der Ausschüttungen führte.

Zahlreiche Anleger sehen sich angesichts des unbefriedigenden Verlaufs dieser Anlage geschädigt. Versprochene Ausschüttungen sind minimal geblieben und die wirtschaftliche Entwicklung der als "sicher" angepriesenen Anlage erweist sich als problematisch. "Nicht immer hat die vertreibende Bank über alle Risiken aufgeklärt, was Schadensersatzansprüchen der Anleger begründen kann.", weiß unser Mitglied Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Stefanie Fandel aus Düsseldorf.
So muss nach ihrer Ansicht zwingend darüber aufgeklärt werden, dass eine Beteiligungsstruktur über Genussrechte mit besonderen eigenen Risiken verbunden ist und das Genussrecht keine Stimm- und Kontrollrechte bei dem Zielfonds gewährt. Eine solche Fondsbeteiligung kann auch nicht jederzeit an der Börse verkauft werden, sondern nur über einen „Zweitmarkt“, der stark von einer Nachfrage abhängig ist. Weiter aufklärungspflichtig sind die Risiken des bestehenden Blind-Pool-Konzeptes. Diese bestehen darin, dass zum Zeitpunkt der Platzierung des Fonds noch nicht feststeht, in welches konkrete Infrastrukturobjekt investiert werden soll, sondern nur ein Rahmen für mögliche Investitionsobjekte abgesteckt wird. Jedoch entscheidet die Entwicklung des konkreten Investitionsobjekts über den wirtschaftlichen Erfolg des Infrastrukturfonds, sodass bei einem Blind-Pool die Chancen und Risiken schwierig abzuschätzen sind. Auch muss dem Anleger der Emissionsprospekt des Macquarie Infrastrukturfonds Nr. 3 rechtzeitig vor der Zeichnung zur Verfügung gestellt und bei einem Beratungsgespräch zutreffend über Provisionen (kick-backs) aufgeklärt worden sein. Ist dies nicht der Fall gewesen, können sich daraus ebenfalls Ansprüche des Anlegers ergeben.

Es wurden von Macquarie bereits etliche andere Fonds aufgelegt:

Macquarie 1: Infrastruktur           
Macquarie 2: Infrastruktur           
Macquarie 3: Infrastruktur           
Macquarie 4: Beteiligungsportfolio           
Macquarie 5: Infrastruktur           
Macquarie 8: Infrastruktur           
Macquarie 10: Livestock Farming           
Global Fortune and Global Fortune Gold GbR           
Global Fortune II GbR           
Global Fortune III and Global Fortune III Gold GmbH and Co. KG          

Anleger, die das Gefühl haben, dass bei der Beratung gegen Hinweis- und Aufklärungspflichten verstoßen wurde, sollten dringend die Beratung eines Fachanwalts für Bank- und Kapitalmarktrechts in Anspruch nehmen.
Die Mitglieder des Anlegerschutzanwälte e.V. stehen hierfür gerne zur Verfügung.

Nachdem die Anlegerschutzanwälte sich bereits im Juli 2012 zu ihrem ersten der beiden jährlichen Mitgliederversammlungen in Berlin getroffen haben (wir haben dazu berichtet), fand das zweite Treffen ebenfalls in der Kanzlei unseres Berliner Mitglieds, Rechtsanwalt Dr. Thomas Storch, statt. Bei dieser Gelegenheit konnten die Vereinsmitglieder ihr Mitglied Rechtsanwalt Ulrich Husack aus Hamburg endlich persönlich zu seinem im Herbst 2012 erworbenen Titel Fachanwalt für  Bank- und Kapitalmarktrecht beglückwünschen. Damit ist unser Mitglied Rechtsanwalt Ulrich Husack unser „jüngster“ Fachanwalt.

Verbunden wurde die Mitgliederversammlung mit dem alljährlich stattfindenden Tag des Bank- und Kapitalmarktrechts der Arbeitsgemeinschaft des Deutschen Anwaltvereins, der nicht nur der Fortbildung der im Bereich des Bank- und Kapitalmarktrechts tätigen Rechtsanwälte und Fachanwälte, sondern auch dem Austausch von Erfahrungen und Informationen der Kollegen untereinander dient.

2-mitgliedertreffen-gruppe

Die Veranstaltung konnte in diesem Jahr mit 473 Teilnehmern einen Rekord verbuchen, was sicherlich auch an der Bandbreite der Fachvorträge von klassischen Anleger- und Bankrechtsthemen über den Praxisbericht eines Richters bis hin zu konkreten Tipps für die Kommunikation mit Mandanten, Gegnern und Richtern lag. Einen Themenbereich bildete die rechtliche Handhabung der Versteuerung von Schadensersatz bei Anlegerprozessen, dem auch die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte interessiert folgten, da gerade steuerliche Rechtsfragen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten immer mehr an Bedeutung gewinnen. Besonderes Highlight war sicherlich der Vortrag von Ulrich Wiechers, dem Vorsitzenden des für Bank- und Kapitalmarktrecht zuständigen XI. Zivilsenats am Bundesgerichtshof, der einen Einblick in die aktuelle Rechtsprechung seines Senates gab.

VortragIm Mittelpunkt des zweiten Fortbildungstages stand das Thema Lebensversicherungen und Lebensversicherungsfonds. Unser Mitglied Rechtsanwalt Tobias Pielsticker aus München gab in einem spannenden Vortrag einen Einblick in die aktuellen Auseinandersetzungen mit britischen Lebensversicherungsgesellschaften am Beispiel von Clerical Medical, deren kreditfinanzierte Policen tausenden deutschen Kapitalanlegern hohe Verluste beschert haben. Rechtsanwalt Pielsticker hat mehrere Entscheidungen vor verschiedenen Oberlandesgerichten gegen die Clerical Medical erstritten und nahm als Vertreter eines der Kläger an den Verhandlungen des Bundesgerichtshofs teil, der die Clerical Medical mit Urteilen vom 11.Juli 2012 zu Schadensersatz verurteilte. Er ist daher in besonders hohem Maße mit der Materie vertraut und konnte deshalb einen besonders tiefen Einblick in die verkauften Produkte und die rechtlichen Gegebenheiten geben.

Die Anlegerschutzanwälte haben bei ihrer Mitgliederversammlung beschlossen, dass die nächste Mitgliederversammlung im Frühjahr 2013 bei unserem Mitglied Rechtsanwalt Tobias Pielsticker in München stattfinden wird und freuen sich bereits sehr auf ein weiteres Jahr miteinander im Zeichen des Anlegerschutzes.

In einem Ombudsmannverfahren gegen die Commerzbank AG vor dem Bundesverband deutscher Banken hat der Ombudsmann die von unserem Mitglied Rechtsanwältin Stefanie Fandel aus Düsseldorf vertretene Auffassung bestätigt, dass die Anlegerin wegen des Verschweigens der an die Bank geflossenen Provisionen so zu stellen ist, als hätte sie die Beteiligung nie abgeschlossen. Es könne nicht Aufgabe des Kunden sein, aus verstreuten Zahlen in einem umfangreichen Prospekt die Gesamtvergütung der Bank zu ermitteln, deren Höhe von der Bank selbst in dem Ombudsmannverfahren nicht preisgegeben worden sei. Eine Übergabe des Prospektes könne auch höchstens dann ausreichen, wenn der Kunde ausreichend Zeit zur Prüfung vor Erklärung seines Beitritts gehabt habe. Die Übergabe unmittelbar vor der Zeichnung genüge nicht.

Dies bedeutet für die von unserem Mitglied Rechtsanwältin Stefanie Fandel vertretene Anlegerin, die sich mit 25.000 € an der MHF Erste Academy Film GmbH & Co. Beteiligungs-KG beteiligt hatte, dass die Bank sie auch von etwaigen Nachforderungen des Finanzamtes freizustellen hat, die aus der Beteiligung resultieren. Denn diese wären nicht entstanden, wenn sie die Beteiligung nicht abgeschlossen hätte.

Der Hintergrund ist folgender:

Medienfonds galten Anlageberatern in der Vergangenheit als vermeintlich risikoarme Kapitalanlagen und wurden auch deshalb  häufig verkauft, weil die  Anleger die teilweise sehr hohen Verlustzuweisungen in ihrer Steuererklärung geltend machen konnten. Seit einiger Zeit ist aber nicht nur die steuerliche Geltendmachung von neuen Medienfonds nicht mehr möglich. Zudem werden zahlreichen bereits als Steuersparmodelle genutzten Medienfonds die gewährten Steuervorteile wieder aberkannt, so auch geschehen bei dem vorliegenden Fonds. Daraus resultierten dann erhebliche Steuernachforderungen der Finanzämter nebst einer üppigen Verzinsung seit dem Jahre 2001.

Die Theorie der MHF Academy Fonds als Steuersparmodell war eingangs folgende: Anleger können die Verluste, die aufgrund der Produktionskosten entstehen, bis zur Höhe des Anlagebetrags mit Einkünften aus anderen Quellen verrechnen. Diese Verluste konnten hierbei vor allem schon im ersten Jahr steuermindern abgesetzt werden und mussten nicht über die Jahre verteilt werden. Allerdings wurde diese Praxis 2005 durch einen Medienerlass der Finanzverwaltung stark eingeschränkt, sodass nun im Endeffekt den MHF Academy Fonds das Steuerprivileg aberkannt wurde. Die  Finanzverwaltung ist der Auffassung, dass der Großteil der Fondsmittel der MHF Academy Fonds nicht als Herstellungskosten der Filme anzusehen ist, sondern eher als Festgeldanlage bei der Commerzbank, da diese den Anlegern der MHF Academy Fonds die Rückzahlung des Kapitals garantiert hatte und sich hierfür von den Produktionsgesellschaften eine Gebühr in Höhe von 80 % des Investitionsvolumens auszahlen ließ.

Für die Anleger der MHF Academy Fonds hat dies jedoch sehr weitreichende Folgen.Laut einer Musterrechnung der MHF Academy Fondsgesellschaften muss ein Anleger, der vor 10 Jahren 25.000 € in einen MHF Academy Fonds investiert hat und bei der Einkommensteuererklärung dem Spitzensteuersatz unterlag, nun mehr als 8.000 € an Steuerforderungen nachzahlen. Damit aber nicht genug, denn es kann für einige Anleger der MHF Academy Fonds noch schlimmer kommen: 2007 und 2009 haben die MHF Academy Fonds den Großteil der angelegten Gelder an die Anleger zurückgezahlt. Haben Anleger der MHF Academy Fonds diese Rückzahlung noch nicht versteuert,  kann es sein, dass diese sogar eine Steuernachforderung von 70 % inklusive der Zinslast trifft, was auf den Mindestbetrag von 25.000 € bezogen eine Nachforderung von sogar 17.000 € bedeutet.

Betroffen hiervon ist auch der streitgegenständliche Filmfonds. Die Geschäftsführung teilte den Anlegern nach der Betriebsprüfung mit, dass die Steuerverluste nicht abzugsfähig seien. Dies führte auch bei der von unserem Mitglied Rechtsanwältin Stefanie Fandel vertretenen  Anlegerin zu einer Steuernachforderung, die sie veranlasste, zum Anwalt zu gehen.

Wir raten Anlegern, die sich bei dem Kauf eines Medienfonds falsch beraten fühlen, anwaltlichen Rat einzuholen. Wie die Entscheidung des Ombudsmannes zeigt, könnten Schadensersatzansprüche wegen Beratungsfehlern bestehen.

Wer kennt sie nicht, die Backshops der Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH aus Mühlheim am Main, die auf Flughäfen, Bahnhöfen oder in Einkaufszentren ihre Backwaren verkaufen. Seit 1. August 2011 verkauft Heberer als erster deutscher Bäcker aber auch Anleihen seines Unternehmens zu einem Stückpreis von 1000 Euro und verspricht dafür einen jährlichen Zinsertrag in Höhe von 7% über eine Laufzeit von 5 Jahren. Nach eigenen Angaben der Bäckereikette wurden allerdings erst 600 der Teilschuldverschreibungen verkauft und damit nur die Hälfte des anvisierten Zieles von 12 Millionen Euro Einnahmen erreicht. Offenbar sind die Kunden eher skeptisch und trauen dem Brötchen nicht so recht.

Auch wenn Heberer mit dem Slogan „Brot wird immer gegessen“ seine Anleihe bewirbt; auch Großbäcker sind schon pleite gegangen, beispielsweise die Großbäckerei Richard Hermann und die Großbäckerei Sondermann-Brot. Eine Anleihe unterliegt immer dem Emittentenrisiko und damit der Gefahr, dass eingezahltes Geld im Falle einer Insolvenz nicht zurückgezahlt werden kann. Diese bittere Erfahrung mussten erst vor Kurzem die Anleger der Pauly Biskuit AG aus Dessau machen, welche vor wenigen Wochen Insolvenz angemeldet hat, worüber wir auf dieser Seite schon berichtet haben.

Anleger sollten sich deshalb unbedingt einen Überblick über die wirtschaftliche Lage der Emittentin schaffen. Die Feinbäckerei Haberer weist im Verkaufsprospekt zum Beispiel auf den harten Konkurrenzdruck in der Branche hin. Außerdem soll die Miete für die vielen Standorte in Zukunft steigen. Darüber hinaus wird sich der Finanzbedarf noch einmal um neun Millionen Euro erhöhen, wenn Ende 2013 Kredite fällig werden. Schließlich stehen noch für acht Jahre Steuern und Sozialversicherungsbeiträge aus, über deren Höhe der Prospekt keine Angaben macht. Die Anleihe ist also nicht gerade wenig riskant. Kein Wunder also, dass sie mit einem Zinssatz von 7 % ausgestattet ist. Jeder Anleger muss selber entscheiden, ob ihm diese Risikoprämie ausreicht.

Beachtet werden muss noch, dass Emittentin nicht die 121 Jahre alte  Heberer GmbH & Co. KG, sondern die erst 1990 gegründete Thüringer Spezialitäten GmbH ist, die nach einer schweren Krise (8,416 Millionen Euro Verlust zum Ende 2009) mit der in Mühlheim am Main existierenden Wiener Feinbäckerei Heberer GmbH verschmolzen wurde.

Wir raten beim Erwerb von Finanzprodukten grundsätzlich zu einer unabhängigen Beratung und genauen Information über das jeweilige Produkt.

Mittwoch, den 05. Oktober 2011 um 14:08 Uhr

Charisma zur Erstattung von Anlagegeldern verurteilt

Das Landgericht Stuttgart hat in einem von unserem Mitglied Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht Stefanie Fandel erstrittenen Urteil vom 16.02.2011, Aktenzeichen 20 O 168/10, die Charisma Immobilienverwaltungs GmbH zur Zahlung von Schadensersatz nebst Zinsen verpflichtet. Der Anleger erhält den gesamten Anlagebetrag zurück. Zudem wurde die Beendigung der atypisch stillen Beteiligung festgestellt. Die Charisma kann keine weiteren Forderungen mehr gegen den Anleger erheben.

Das Gericht war von der Falschberatung durch den Vermittler überzeugt und sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass der Anleger im Beratungsgespräch nicht auf das Totalverlustrisiko und auf weitere Nachteile der Beteiligung hingewiesen wurde. Als besonders gravierend sah es das Gericht an, das der Vermittler dem Anleger mit der Begründung, die Beteiligung an der Charisma sei lukrativer als eine Lebensversicherung, zur Kündigung der Lebensversicherung geraten hatte, ohne ihn auf die Risiken einer atypisch stillen Beteiligung hinzuweisen. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Anlageform um eine Beteiligung an einem Unternehmen, bei der der Totalverlust des investierten Geldes eintreten kann. Es besteht sogar zusätzlich das Risiko, dass Nachschüsse gezahlt werden müssen, wenn es dem Unternehmen schlecht geht.

Bei der Charisma handelt es sich um eine Immobilienverwaltungs-GmbH, die Grundstücksinvestitionen aller Art, An- und Verkauf sowie Verwaltung von Immobilien durchführt. Die Gesellschaft wurde 2005 gegründet. Das geplante Emissionsvolumen wurde mit 25.000.000,- Euro angegeben und sollte durch Einlagen von Anlegern in Form von atypisch stillen Beteiligungen aufgebracht werden. 

Wir raten dazu, Verträge der Charisma Immobilienverwaltungs GmbH rechtlich überprüfen zu lassen.

Freitag, den 19. November 2010 um 13:33 Uhr

Böse Überraschung für Anleger von Film- und Medienfonds

Nach einem Bericht in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 27.09.2010 müssen rd. 70.000 Sparer in Deutschland mit Steuernachzahlungen in Höhe von rd. 2,5 Mrd. rechnen, weil die Finanzbehörden allen Film- und Medienfonds rückwirkend den Steuervorteil absprechen.