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Schlechte Finanzberatung
Deutsche Sparer und Anleger verlieren nach einer Studie der Hamburger Beratungsfirma Evers & Jung, die im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums erstellt wurde, im Jahr 20 bis 30 Milliarden Euro durch schlechte Finanzberatung. Die Bürger seinen meist nicht in der Lage, richtig einzuschätzen, ob eine Anlage erfolgversprechend ist oder nicht. Die Mitglieder der ANLEGERSCHUTZANWÄLTE e.V. können aus leidvoller Beratungserfahrung ergänzen, dass der Provisionsdruck, der auf den Bankberatern lastet, in nicht wenigen Geldhäusern über die Jahre zu einem regelrechten Vertriebssumpf geführt zu haben scheint.

Einige Beispiele. Eine über 80jährige wird in einem internen Wertpapierprotokoll der Dresdner Bank, dass sich die Tochter durch Zufall verschaffen kann,als Spekulantin bezeichnet, die alle guten Ratschläge in den Wind schlägt.Tatsächlich hat die Dame keine Ahnung vom Aktienmarkt, geschweige denn, dass sie die Funktionsweise eines Zertifikats erklären könnte. Eine rheinische Sparkasse unterfüttert ein großes Depot mit 60 % Zertifikatanteil und dem Hinweis, dies sei die Sicherheitsbasis der Anlage! Die Postbank verkauft einem Analphabeten, der zur Anlage seiner Spargroschen gedrängt wird, ein Zertifikat ohne jede Risikoaufklärung. Die Citibank verkauf einem Rentner, der sich als konservativer Anleger einschätzt, ausweislich der Finanzplanung für seine Kleinersparnisse ein Zertifikat auf ausdrücklichen Kundenwunsch trotz von der Bank erkannter, zu hohen Risikoklasse. Der Anleger hat diesen Kundenwunsch nie geäußert. Ein arbeitsunfähiges Unfallopfer wird von einer SPARDA-BANK dazu gebracht, den Großteil seiner Unfallentschädigung in ein Zertifikat zu stecken. Als die Lehman Brothers Pleite für einen verantwortungsvollen Bankberater schon sehr konkret wurde, verkaufte die Citibank zwei Rentnern noch am 7.4.2008 Express Zertifikate. Per Express zur Pleite sozusagen. Was empfiehlt die Dresdner Bank einer Mutter, die für ihren minderjährigen Sohn eine kleine Erbschaft von 12.500 Euro zur Studienfinanzierung anlegen will? Alles rein in ein Zertifikat. Dabei würde sie nichts riskieren.

Die ANLEGERSCHUTZANWÄLTE e.V. empfehlen allen Depotinhabern, eingetretene Verluste kritisch zu hinterfragen. Wurden Anlageempfehlungen ohne Risikohinweise als sicher bezeichnet und fehlte es an Wertpapiererfahrung, sollte die Frage der Haftung der beratenden Bank geklärt werden. Es gilt eine - äußerst bankfreundliche - taggenaue. dreijährige Verjährung ab dem Orderzeitpunkt. Deshalb sollte nicht lange gezögert werden, sich über mögliche Schadensersatzansprüche Gewissheit zu verschaffen.

Die Mitglieder der ANLEGERSCHUTZANWÄLTE e.V. sind auf Fragen der Falschberatung bei Wertpapiergeschäften spezialisiert.

January 2009

Datum: 29.01.2009 09:01 

Multi Advisor Fund I scheitert im Urkundsprozess vor dem LG Köln

Datum: 09.01.2009 13:01 

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