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Samstag, den 20. November 2010 um 15:07 Uhr

AWD

geschrieben von  Redaktion
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Der AWD, Allgemeiner Wirtschaftsdienst in Hannover ist ein ebenso großer wie umstrittener Strukturvertrieb. Äußerst lesenswert zum Treiben des AWD ist der Artikel von Thomas Öchsner "Das System AWD" in der Süddeutschen Zeitung, zu finden unter
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/994/52942/
Geschildert wird der enorme Druck, unter dem  die Verkäufer des AWD stehen. Wer dies liest, kann verstehen, dass der provisionsträchtige Vertragsabschluss im Vordergrund des Kundenkontakts stehen muss. Ausgewogene Beratung insbesondere auch über die Risiken der Anlage, so schildern es zahlreiche Betroffene, findet dagegen oftmals nicht ausreichend oder gar nicht statt.

Hier hatte sich der AWD in der Vergangenheit etwas Besonderes ausgedacht. Er ließ sich von den Anlegern eine "Gesprächsnotiz" unterschreiben, in der in zahlreichen vorformulierten Klauseln z.B. die Auushändigung des Prospekts oder die Erteilung bestimmter Informationen und Hinweise durch Unterschrift des Anlegers bestätigt wurde. Solche die Beweislast zu Ungunsten der Verbraucher umkehrenden Klauseln sind unzulässig. Die Verbraucherzentrale NRW hat es dem AWD in einer ausführlichen Abmahnung untersagt, diese "Gesprächsnotiz" weiter zu verwenden und der AWD hat sich dazu auch verpflichtet.

Nicht umsonst war und ist der Vorwurf mangelhafter Beratung Gegenstand zahlreicher Anlegerklagen vor allem vor dem Landgericht Hannover. Auch wenn es leicht gespenstisch wirkt, in einer Stadt zu klagen, in der es einen AWD-Platz und eine AWD-Arena, waren vom Landgericht Hannover (Urteil v. 9.11.2001 - 13 O 3037/01) und auch vom Oberlandesgericht Celle (Urteil v. 15.8.2002 - 11 U 341/01) schon durchaus kritische Töne zum AWD zu vernehmen.

Interessant ist das Urteil des Bundesgerichtshofs III ZR  83/06 v. 12.7.2007 , in dem es um die Vermittlung einer Beteiligung am DLF 94/17 durch den AWD geht. Der BGH stellt darin fest, dass der Prospekt, der Chancen und Risiken der Anlage verdeutlicht, kein Freibrief für dien Vermittler darstellt, Risiken vom Prospekt abweichend darzustellen und von der Anlage ein schöngefärbtes Bild zu zeichnen, das die Prospektangaben entwertet und die Entscheidungsbildung des Anlegers mindert.

Die Mitglieder der Anlegerschutzanwälte e.V. beraten und vertreten Anleger gegen den AWD, deren Erfahrungen mit der verkauften Kapitalanlage sich nicht mit den Versprechungen des Verkäufers im Beratungsgespräch in Einklang bringen lassen.

Letzte Änderung am Dienstag, den 07. Dezember 2010 um 20:41 Uhr
Redaktion

Redaktion

Die Anlegerschutzanwälte e.V. sind ein Zusammenschluss von mittelständigen Anwaltskanzleien, die sich der Stärkung der Rechte von Bankkunden und Kapitalanlegern verschrieben haben. Unser Ziel ist es, Kompetenz und Wissen überregional zu bündeln und dadurch zugunsten der Bankkunden und Kapitalanleger die Waffengleichheit gegenüber den finanziell übermächtigen Banken und Finanzberatern herzustellen.

Die meisten unserer Kanzleien sind im Rahmen von Honorarverträgen teilweise seit Jahrzehnten für unterschiedliche Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen – www.vz-nrw.de tätig und beraten dort unter anderem im Themenfeld Grauer Kapitalmarkt.

Wichtig ist uns die Abgrenzung von unseriöser Mandantenanwerbung unter geschädigten Kapitalanlegern, die wir in den vergangenen Jahren zunehmend beobachten. Gerade gut gemeinte Interessengemeinschaften laufen dabei ohne klare Zielrichtung und finanzielle Transparenz in Gefahr, zu bloßen Mandatsbeschaffern für dahinter stehende Kanzleien abzusinken.

Auffällig ist, dass nicht selten jedwede Risikoaufklärung unterbleibt, Risiken und Kosten verharmlost werden und mit unklaren Konzepten geworben wird. Wer die mangelhafte Aufklärung selbsternannter Finanzberater kritisiert und zum Gegenstand von Verfahren macht, sollte auch gegenüber seinen eigenen Mitgliedern und Mandanten in Publikationen und Rundbriefen umfassend über die Risiken und möglichen Kosten von Rechtsstreiten aufklären.

Bei uns steht die persönliche Betreuung der Kapitalanleger im Vordergrund.

Wir halten nichts davon, Fälle ohne genaue Aufklärung des individuellen Sachverhalts im Zuge von Formbriefen oder Massenvergleichen abzuhandeln. Dies mag das Gebühreninteresse der Anwälte befriedigen, die ein solches Vorgehen propagieren. Der einzelne Kapitalanleger mit seiner möglicherweise guten Beweissituation bleibt dabei leicht auf der Strecke.

Mit Interessengemeinschaften, die dies beherzigen wollen und sich in der verbraucherpolitischen Diskussion zu Wort melden, arbeiten die Anlegerschutzanwälte e.V. gerne zusammen.

Die Abklärung, ob eine vorhandene Rechtsschutzversicherung den Fall übernehmen muss, gehört zu unserem kostenlosen Service.

 

Website: www.anlegerschutzanwalt.de
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